ver.di-Arbeitskreis Frieden, Hamburg: Veranstaltungen: Nie wieder Hiroshima! Nie wieder Nagasaki!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesen Tagen jähren sich die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki zum 81. Mal.
Dazu findet eine Reihe von Veranstaltungen statt:

1. Gedenken an die Atombombenabwürfe 1945 auf Hiroshima und Nagasaki

Das Pazifik-Netzwerk und IPPNW laden zu der Veranstaltung ein:

Hiroshima und Nagasaki – Erinnerungskulturen in Japan
Nukleare Aufrüstung und atomare Bedrohung

–  am Donnerstag, 6. August 2026
–  um 19:00 Uhr
–  im Seminarraum – auf dem Ponton neben der Flussschifferkirche
Hohe Brücke 2, 20459 Hamburg

Im Gedenken an die Atombombenabwürfe 1945 ver.di-Arbeitskreis Frieden, Hamburg: Veranstaltungen: Nie wieder Hiroshima! Nie wieder Nagasaki! weiterlesen

DGB-Gewerkschaften immer mehr unter Druck – Das Entstehen einer neuen Arbeiterbewegung und unser Beitrag dazu

Von Alwin Altenwald

Die Gewerkschaften hatten nach dem 2. Weltkieg ihre Hochphase in der Zeit des Wiederaufbaus und des Rheinischen Kapitalismus. Sie bekamen etwas zugestanden über die Inflationsrate hinaus, aus der Produktivitätssteigerung. Das war die Grundlage, daß sie ihre Stellvertreterpolitik auf Sozialpartnerschaftsideologie beruhend, überzeugend den Mitgliedern vermitteln konnten. Diese Phase ist längst vorbei. Sie müssen bei der Tarifaushandlung Abschlüsse unter der Inflationsrate hinnehmen. Da sie die Sozialpartnerschaftspraxis weiter beibehalten wollen, können sie nicht die sich anstauende Wut ihrer Mitglieder als Kampfkraft nutzen und klassenkämpferisch agieren. Dadurch wächst die Enttäuschung der Mitglieder, die sich in Austritten äußert aber auch in der Organisierung von Widerstand innerhalb der DGB-Gewerkschaften.

Immer mehr Beschäftigte, also auch Mitglieder der DGB-Gewerkschaften sind von Deindustrialisierung und Werkschließungen betroffen.
Immer mehr Beschäftigte, also auch Mitglieder der DGB-Gewerkschaften, geraten beim Niedergang des Kapitalismus in die Abwärtsspirale, werden arbeitslos, zu WerksvertragsarbeiterInnen, LeiharbeiterInnen, NiedriglöhnerInnen.
Der Jugend heute kann von ihren Eltern nicht mehr versprochen werden: Du sollst es einmal besser haben als wir. Selbst bei guten Ausbildungs- oder Studienabschlüssen ist ihnen kein adäquater Arbeitsplatz sicher.

Immer mehr Älteren droht die Altersarmut.
Und die DGB-Gewerkschaften sind aufgrund ihrer Sozialpartnerschaftsideologie unfähig, den Kampf gegen das kapitalistische System aufzunehmen. Sie müssen sich darauf beschränken, im Rahmen der kapitalistischen Ordnung zu agieren. DGB-Gewerkschaften immer mehr unter Druck – Das Entstehen einer neuen Arbeiterbewegung und unser Beitrag dazu weiterlesen

81 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki: Friedensbewegung mahnt zur nuklearen Abrüstung

Von Netzwerk Friedenskooperative

Bundesweite Aktionen am 6. und 9. August im Überblick

Anlässlich des 81. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki finden am 6. und 9. August 2026 in ganz Deutschland zahlreiche Gedenk-, Mahn- und Aktionsveranstaltungen der Friedensbewegung statt. Vor dem Hintergrund wachsender globaler Spannungen und neuer Aufrüstungspläne fordert das Netzwerk Friedenskooperative von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Ziel einer atomwaffenfreien Welt.

Am 6. und 9. August 1945 wurden Hiroshima und Nagasaki Ziel der ersten und bislang einzigen Atombombenabwürfe in einem Krieg. Etwa 92.000 Menschen starben sofort, weitere 130.000 Menschen erlagen bis zum Jahresende den qualvollen Folgen der radioaktiven Strahlung. Die verbliebenen Überlebenden, die Hibakusha, leiden bis heute unter den physischen und seelischen Wunden dieser Katastrophe.

„Das Vermächtnis und die unermesslich wertvollen Zeugnisse der Hibakusha mahnen uns eindringlich: Die humanitären Folgen eines Atombombeneinsatzes sind katastrophal und nicht beherrschbar.“, erklärt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. „Ihre Stimmen spornen uns an, nicht nachzulassen und aktiv für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten. Es ist ermutigend zu sehen, dass auch 81 Jahre nach den Atombombenabwürfen überall im Land Menschen auf die Straße gehen, um ein Zeichen für Frieden und Abrüstung zu setzen“, so Golla weiter.

Das  Netzwerk Friedenskooperative führt rund um die Jahrestage nach derzeitigem Stand über 100 Gedenk- und Mahnveranstaltungen in seinem Terminkalender. Bis zum Gedenken werden noch weitere Rückmeldung aus anderen Städten eingehen. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzt in diesem Jahr erneut Kazumi Matsui, Bürgermeister von Hiroshima und Präsident der internationalen Organisation Mayors for Peace, mit einem offiziellen Grußwort an die Aktiven in Deutschland. Dieses und weitere Informationen sind auf der Übersichtsseite des Netzwerk Friedenskooperative zu finden:

Alle Infos (u.a. Aufrufe, Redebeiträge) unter: 81 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki: Friedensbewegung mahnt zur nuklearen Abrüstung weiterlesen

Das elende Schweigen: die Medienlandschaft, die den Völkermord und sexuellen Missbrauch von 50 Millionen Frauen, Jugendlichen und kleinen Mädchen im Sudan verstummen lässt

Von Claudia Aranda

Mehr als 49,6 Millionen Frauen, Jugendliche und kleine Mädchen leiden unter den direkten Folgen des Konflikts im Sudan. Gnadenlos überfallen und geschändet, werden sie Tag und Nacht bei der kleinsten Unachtsamkeit vergewaltigt, sobald sie irgendwo im Land von sudanesischen Männern gesehen werden.

Viele von diesen sind bewaffnete Kämpfer im ganzen Land, die sich ihnen aufzwingen und sie schlagen, ihre Beine gewaltsam öffnen und ihre Seelen ohne Zögern erschüttern, ihr Leben für immer zerstören, ihre Kindheit zunichtemachen und sie zu Märtyrertum und Stigmata verdammen, direkt vor dem kalkulierten Schweigen westlicher Nachrichtensender.

Es gibt eine Mathematik der Indifferenz, die mit schaudernder Präzision den selektiven Charakter geopolitischen Mitgefühls im Westen offenbart. Als am 15. April 2023 der Waffenkonflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften, unter dem Kommando von General Abdel Fattah al-Burhan, und den paramilitärischen Rapid Support Forces, alias Hemedt, unter der Führung von Mohamed Hamdan Dagalo, ausbrach, schätzten internationale Agenturen etwas mehr als 12,4 Millionen Menschen in extremer Gefahr. Heute, wenn man nach mehr als drei Jahren verheerenden Krieges die ursprünglichen Zahlen vervierfacht, zeigen die konsolidierten Daten der Updates vom Juli 2026 des UN Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) und UN Women eine kolossale und unerträgliche Zahl: mehr als 49,6 Millionen Frauen, Jugendliche und kleine Mädchen in einen Zustand absoluter Wehrlosigkeit versetzt, und systematisch sexueller Gewalt, Entführung und Knechtschaft, praktisch also der Sklaverei, ausgesetzt. Das elende Schweigen: die Medienlandschaft, die den Völkermord und sexuellen Missbrauch von 50 Millionen Frauen, Jugendlichen und kleinen Mädchen im Sudan verstummen lässt weiterlesen

Regierende Bedrohungslügner gefährden den Frieden, beeinträchtigen das Kulturleben und ruinieren den Sozialstaat

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Russenhass, Russenangst. Genau danach sieht es aus, wenn ein deutscher Minister (unser kriegstüchtiger Pistorius) lieber den Krieg gegen Russland vorbereitet statt sich strikt auf friedensbewahrende Verteidigungspolitik gemäß Grundgesetz zu beschränken. Aus Worten und Taten Präsident Putins müsse man schließen: „Es besteht eine Bedrohung, und die kann sich ab 2029 realisieren.“ Ach ja? Die ARD-Tagesschau, geübt in der Kunst der staatsbürgerlichen Meinungsverbildung, gab noch eins drauf: Laut Geheimdienst-„Erkenntnissen“ sei eigentlich schon 2028 damit zu rechnen. Hingegen unterschlug die Regierungströte, dass Russland eine umfassende Nichtangriffsgarantie anbietet.

Außenminister Lawrow: „Wir haben mehrmals gesagt, dass wir nicht die Absicht hatten und haben, irgendein derzeitiges Nato- oder EU-Mitglied anzugreifen. Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern.“ Die Bundesregierung lehnte bekanntlich ab, ohne den Vorschlag auch nur zu prüfen. Mit Russen redet unser Berliner Nulpen-Regime nicht.

„Das Deutsche Volk, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen …  Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ Wie wohltuend, diese hehren Worte in unserem Grundgesetz! Nur ist das deutsche Volk kein gleichberechtigtes Mitglied in einem „vereinten Europa“ geworden, sondern (seit 1990 komplett) unter Washingtons Fuchtel geblieben. Und erfüllt dann die Aufträge der transatlantischen Rüstungsindustrieellen.

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DGB-Erklärung zum Antikriegstag 2026: Antimilitaristischer Druck der Basis beginnt zu wirken – aber der Burgfrieden ist längst nicht gebrochen

Die DGB-Erklärung zum Antikriegstag 2026 hat sich gegenüber den beiden Vorjahren
erkennbar verändert. Und das kommt nicht von ungefähr.

Seit zwei Jahren wächst in den Betrieben, in den Gewerkschaften und auf den Straßen der Widerstand gegen Krieg, Aufrüstung und Militarisierung. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen wenden sich gegen die Logik der »Kriegsertüchtigung«. Auf dem DGB-Bundeskongress im Mai haben zahlreiche Delegierte deutlich gemacht, dass sie eine Rückkehr zu den friedenspolitischen Grundpositionen unserer Gewerkschaften erwarten. Dieser Druck zeigt Wirkung.

Dass der DGB heute die Wiedereinführung von Wehrpflicht und anderen Pflichtdiensten eindeutig ablehnt und die Bundesregierung auffordert, endgültig auf die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen zu verzichten, wäre vor einem Jahr noch kaum vorstellbar gewesen.

Das bestätigt vor allem eines: Druck von unten verändert Positionen auch innerhalb unserer Gewerkschaften und im DGB.
Gerade deshalb dürfen wir jetzt nicht stehen bleiben. DGB-Erklärung zum Antikriegstag 2026: Antimilitaristischer Druck der Basis beginnt zu wirken – aber der Burgfrieden ist längst nicht gebrochen weiterlesen

Plattform-Ökonomie: Wird in China die Zukunft der Arbeit definiert?

Von Wolfgang Müller

Zwei Ereignisse zum chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar zeigten die krassen Widersprüche von Chinas Entwicklung: Während tanzende Roboter die große Galaveranstaltung des Fernsehens dominierten, traf am Vorabend Chinas KP-Chef und Staatspräsident Xi Jinping demonstrativ eine Gruppe von Lieferkurieren. Er erklärte, ohne sie würden die chinesischen Städte nicht funktionieren.

Im April dieses Jahres veröffentlichten der Staatsrat, also die chinesische Regierung, und das Zentralkomitee der KP eine Direktive mit 12 Punkten zur Regulierung der Arbeitsverhältnisse in der Plattform-Ökonomie. Diese Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten sollen bis 2027 implementiert werden. Im Kern werden in der neuen Direktive diverse Richtlinien und Verordnungen bestätigt, die von verschiedenen Ministerien schon 2021 zur Plattformarbeit veröffentlicht wurden (Economist, 20.5.26). Der jetzige 12-Punkte-Plan fordert mehr Arbeitsschutz für neue Beschäftigtengruppen in verschiedenen Sektoren. Das Dokument fordert u.a. rechtzeitige und faire Bezahlung, ein verbessertes System der sozialen Sicherheit, besseren Arbeitsschutz bei extremen Witterungsbedingungen und mehr Transparenz, wie die Algorithmen der Plattformbetreiber Aufträge verteilen und Preise und Zeitvorgaben setzen.

Dass die KP und die chinesische Regierung hier erneut aktiv werden, zeigt die gesellschaftliche Dringlichkeit der Probleme der Plattform-Ökonomie. Plattform-Ökonomie: Wird in China die Zukunft der Arbeit definiert? weiterlesen

Einladung zur Eröffnung einer Diskussion

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Liebe Genossinnen und Genossen,

die Maßnahmen und weiteren Pläne von NATO, EU und Regierungen jedweder Couleur sind ausgerichtet auf die »Kanonen statt Butter«-Politik. Die Regierung Merz-Klingbeil ist entschlossen, diesen Kurs in einem bisher nie dagewesenen Rüstungs- und Kriegshaushalt zum Aufbau der »stärksten konventionellen Armee in Europa« umzusetzen. Entsprechend sind ihre »Reformen« ausgerichtet auf die Zerstörung aller noch vorhandenen Errungenschaften, die die Arbeiterbewegung im bürgerlichen Staat erkämpfte und in weiten Teilen hat verteidigen können.

Werktätige und Jugend sollen dafür »schmerzhafte« Einschnitte hinnehmen: Nicht nur in der Automobilindustrie sind wir konfrontiert mit einer massiven Umstellung auf die Kriegsproduktion bei gleichzeitiger Zerstörung hunderttausender Arbeitsplätze, Betriebsschließungen usw. Die kommenden Tarifverhandlungen werden geprägt sein von diesen Ultimaten. Nicht nur im öffentlichen Dienst prägen der Kriegshaushalt und die damit verbundene Ruinierung der Kommunen das Ziel des Lohnabbaus, der Einschnitte in das Arbeitsrecht, Arbeitssicherstellungsgesetz…

Die Führungen unserer Gewerkschaftsorganisationen bleiben dabei im Burgfrieden verhaftet: Sie unterstützen diesen Kurs von NATO, EU und Regierungen, fordern »Resilienz« und »Friedensfähigkeit« und »Kanonen und Butter«. Einladung zur Eröffnung einer Diskussion weiterlesen

Die strafende Stadt: Seit Jahrzehnten wird in Dortmund zwischen Sozial- und Ordnungspolitik herum laviert – meist zu Gunsten von Recht und Ordnung und auf dem Rücken armer Menschen

Die Kommunalwahlen am 14. September 2025 sorgten in Dortmund für eine große Überraschung, in der Stichwahl schlug der bislang unbekannte Alexander Kalouti (CDU) den Amtsinhaber Thomas Westphal (SPD). Die SPD verlor zum ersten Mal seit 1946. Das war besonders bitter in der von Herbert Wehner gekürten ‚Herzkammer‘ der Sozialdemokratie.

Der neue Oberbürgermeister (OB) Kalouti, ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, dass er Betteln rund um Biergärten und die Außengastronomie verbieten will. Seine Idee war, das „Stilles Betteln“ im Umkreis von fünf Metern um Biergärten genauso verboten werden soll wie das Ansprechen von Gästen. Kalouti reagierte damit auf Kritik der Gastroleute, die bereits zahlreiche Beschwerdebriefe an die Stadtverwaltung geschrieben hatten.

Beschleuniger der Debatte war dann ein gemeinsamer Brandbrief der Gastronomen am Alten Markt. Darin beklagen die Verantwortlichen, dass es täglich zu Übergriffen und Belästigungen ihrer Gäste durch wohnungslose Menschen komme. Zudem verweist der Brandbrief auch auf suchtkranke Menschen, die Drogen im unmittelbaren Umfeld der Gäste konsumieren würden. Die Gastronomen sehen darin untragbare Zustände für Personal sowie Kundschaft. Auch von einer Gefahr für die Umsätze ist die Rede.

Das führte auch mit dazu, dass der Stadtrat von Dortmund am 9. Juli 2026 ein Bettelverbot beschließen ließ. Damit gilt ab dem 1. August: Im Umkreis von fünf Metern um Außengastronomien im gesamten Dortmunder Stadtgebiet ist jegliches Betteln untersagt. Das gilt sowohl für aktives als auch passives, sitzendes oder stehendes Betteln, ob mit Becher oder Hinweisschild. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die Regelung gilt zunächst befristet auf zwölf Monate als Pilotprojekt. Drei Monate vor Ablauf muss die Verwaltung dem Rat eine Auswertung vorlegen. In dem Beschluss steht auch, dass der neue OB das „Gesamtkonzept zur Situation von suchtkranken und wohnungslosen Menschen in Dortmund“ vorantreiben. Wie lautete noch die Parabel von dem Bock der zum Gärtner gemacht wird?

Es ist zu befürchten, dass der neue OB sich weiter im Bereich Recht und Ordnung profilieren will und in den seit vielen Jahren schon andauernden, teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der strafenden Stadt mit ihren Polizei- und Ordnungskräften und den meist ärmeren Einwohnern in eine neue Phase eintreten wird.

Im folgenden ein kleiner Rückblick auf die Entwicklungen in einer strafenden Stadt. Die strafende Stadt: Seit Jahrzehnten wird in Dortmund zwischen Sozial- und Ordnungspolitik herum laviert – meist zu Gunsten von Recht und Ordnung und auf dem Rücken armer Menschen weiterlesen

WSI-Erwerbspersonenbefragung: Homeoffice – Wunsch und Wirklichkeit klaffen häufiger auseinander

Beschäftigte, die mal im Homeoffice und mal im Betrieb arbeiten, sind häufig recht zufrieden. Doch wenn die Homeoffice-Realität stark von den eigenen Bedürfnissen abweicht, treten häufig Stress und gesundheitliche Probleme auf. Das ergibt eine neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Coronakrise hat der Arbeit in den eigenen vier Wänden zu einem nachhaltigen Durchbruch verholfen: Mittlerweile sei offensichtlich, dass sich die Entwicklung nicht rückgängig machen lässt, erklärt Dr. Helge Emmler. Der WSI-Forscher hat die aktuelle Situation in Sachen mobile Arbeit untersucht und dafür Daten des WSI-Erwerbspersonenpanels ausgewertet. Seinen Ergebnissen zufolge hat sich an der Verbreitung zuletzt wenig geändert, wobei es deutliche Unterschiede vor allem zwischen Beschäftigten mit und ohne Hochschulabschluss gibt. Hybride Modelle, bei denen sich Homeoffice und Arbeit im Betrieb abwechseln, entsprechen am besten den Bedürfnissen der meisten Beschäftigten, die zu rund zwei Dritteln mit den bestehenden Regelungen zufrieden sind oder allenfalls ein wenig öfter zu Hause arbeiten möchten. Diejenigen, deren Bedürfnisse klar von der betrieblichen Realität abweichen, sind deutlich öfter von starker beruflicher Belastung und gesundheitlichen Problemen betroffen. WSI-Erwerbspersonenbefragung: Homeoffice – Wunsch und Wirklichkeit klaffen häufiger auseinander weiterlesen

Im Mai vor 50 Jahren – Die frühen Anfänge der Energiewende

Von Axel Mayer

Es waren bewegte Zeiten, vor 50 Jahren am Kaiserstuhl und Oberrhein. Im Elsass wurde ein extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk durch eine grenzüberschreitende Bauplatzbesetzung unterbunden. Im badischen Wyhl, im französischen Gerstheim und im Schweizer Dorf Kaiseraugst wurde der Bau von Atomkraftwerken durch eine trinationale Umweltbewegung verhindert. Ein Fenster der Möglichkeiten hatte sich am Oberrhein geöffnet und beherzte Menschen ergriffen die Chancen, die ein solches geschichtliches „window of opportunity“ bietet. In der Grenzregion am Oberrhein, im Dreyeckland, liegen wichtige Wurzeln der damals entstehenden neuen, erfolgreichen Umweltbewegung. Im Mai vor 50 Jahren – Die frühen Anfänge der Energiewende weiterlesen

Missstände auf dem Bau führen immer wieder zu tödlichen Arbeitsunfällen

Ein Bauarbeiter ist Anfang Juni 2026 bei Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus in der Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg ums Leben gekommen. Statt den Notruf zu wählen, transportierten Unbekannte den bereits Verstorbenen quer durch die Stadt nach Hamburg-Rissen und legten ihn dort in einem Waldstück ab. Als Passantinnen den 27-Jährigen am 11. Juni in dem Waldstück fanden, entstand zunächst der Verdacht, dass er durch äußere Gewalteinwirkung verstorben sein könnte, eine Mordkommission übernahm den Fall.

Die Polizei identifizierte den Toten als einen 27-jährigen ägyptischen Staatsangehörigen und veröffentlichte sein Foto, um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Dann ergaben die Ermittlungen, dass der Mann nicht durch ein Verbrechen starb, sondern bei einem Arbeitsunfall. Er erlitt bei den Abrissarbeiten schwerste Verletzungen und verstarb.

Mittlerweile liegt der Fall nicht mehr bei der Mordkommission, sondern bei der Fachdienststelle für Arbeitsunfälle im Landeskriminalamt. Laut einem Bericht des NDR ermittelt das Landeskriminalamt auch, ob sich der Mann illegal in Deutschland aufhielt und schwarz auf der Baustelle arbeitete.

Die Baustelle ist nach wie vor der gefährlichste Arbeitsplatz in Deutschland, dort gab es im Jahr 2024 insgesamt 91.813 registrierte Arbeitsunfälle und regelmäßig kommt es zu Todesfällen. Nach Informationen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kamen im vergangenen Jahr offiziell 78 Bau-Beschäftigte bei ihrer Arbeit ums Leben. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich durch Abstürze, dabei sind kleinere Baubetriebe mit bis zu neun Beschäftigten am meisten von den Unfällen betroffen. Missstände auf dem Bau führen immer wieder zu tödlichen Arbeitsunfällen weiterlesen

Ver.di-Arbeitskreis Frieden – Rundbrief 9/2026 – Veranstaltungen im August + 1. September

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zu einigen Veranstaltungen in der nächsten Zeit:

1. August 2026: Gedenken an die Altonaer Vier

VVN-BdA:
Am 1 . August 1933 wurden die Altonaer Vier als erste Opfer der faschistischen Justiz hingerichtet. Bruno Tesch, Karl Wolff, Walter Möller und August Lütgens kämpften für soziale Gerechtigkeit und stellten sich beim Altonaer Blutsonntag den Nazis entschlossen entgegen. Sie stehen stellvertretend für das antifaschistische, rote Altona, das gegen Faschismus und Krieg kämpfte. Wir erinnern an die Vier, um für unsere Kämpfe für eine Welt des Friedens und der Freiheit zu lernen!

–  am Samstag, 1. August 2022 um 17 Uhr
–  Hinter dem Amtsgericht Altona, Zugang über die Gerichtstraße
–  Veranstalter: VVN-BdA

Weitere Infos: Ver.di-Arbeitskreis Frieden – Rundbrief 9/2026 – Veranstaltungen im August + 1. September weiterlesen

Zur Entstehung des Kommunistischen Manifests

Unter dem Titel „Gleichheit, Gemeinschaft, Gerechtigkeit“ hat Joshua Graf eine neue Veröffentlichung vorgelegt, die über den „Kommunismus vor Marx“ aufklären will. Eine Rezension.

Von Johannes Schillo

„Wo ist die Oppositionspartei, die nicht vom ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, die den fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionären Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht zurückgeschleudert hätte?“ (MEW 4, S. 461) So Marx und Engels im Manifest der kommunistischen Partei 1848 – und diese Charakterisierung des politischen Lebens ist immer noch aktuell: Ein Trump erhebt den betreffenden Vorwurf pausenlos gegen alle möglichen Gegner, während für AfD-Chefin Weidel glasklar ist, dass Hitler ein Kommunist war. Kommunismus steht eben für das Böse, was jeder unverbildete Mensch eigentlich spüren müsste, wie es die italienische Regierungschefin Meloni formulierte: „Ich habe den Kommunismus schon als Kind negativ gesehen, noch bevor ich genau wusste, was er ist“.

Das ist sicher alle Älteren vertraut, die den Kalten Krieg im Frontstaat BRD erlebt haben, bis dann 1989/90 das „Reich des Bösen“ (Reagan) vor der Macht des Guten kapitulierte. Und die FAZ (18.7.26) erinnerte jüngst noch an den Bescheid des Heilige Offiziums von 1949, dass katholische „Gläubige, die die materialistische und antichristliche Lehre der Kommunisten bekennen, und insbesondere diejenigen, die diese auch verteidigen und propagieren“, sowieso automatisch der Exkommunikation verfallen. Zur Entstehung des Kommunistischen Manifests weiterlesen

IG Metall Berlin: Spagat zwischen Friedenspolitik und Arbeitsplatz

Eine Erklärung der Berliner IG-Metall zur Munitionsfabrik des Rüstungskonzerns Rheinmetall in Berlin-Wedding sorgt für Diskussionen und Kritik.

Von Peter Nowak

Seit über einem Jahr sorgt die Umwandlung einer Autofabrik in eine Waffenschmiede im Berliner Stadtteil Wedding für Proteste. Höhepunkt waren Aktionstage vom 10. bis zum 12. Juli. Zum Abschluss demonstrierten über 4000 Menschen gegen Rheinmetall im Wedding. Kurz danach hat sich die IG-Metall mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet, in der sie ihre friedenspolitischen Grundsätze betonte und gleichzeitig die Beschäftigten in ihrer Hoffnung auf sichere Arbeitsplätze durch Rüstungsproduktion unterstützte. »Unser friedenspolitischer Auftrag und die Interessenvertretung der Beschäftigten gehören untrennbar zusammen«, heißt es in der Erklärung.

Die Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG-Metall Berlin Ines Beeck versuchte sich in einem Spagat. IG Metall Berlin: Spagat zwischen Friedenspolitik und Arbeitsplatz weiterlesen